Nutzbauten

Auch wenn die landwirtschaftlichen Nutzbauten heute nicht mehr die wichtige Rolle von früher spielen, dürfen wir doch nicht daran vorübergehen.

 

Ansicht Süd

 

Querschnitt

 

Der Stadel

Der Stadel besteht im allgemeinen aus dem Unterbau, der niedrigen Zwischenzone der Stadelbeine und dem mehrgeschossigen Oberbau mit abschliessendem, flach geneigtem Dach.

Der in Blockbauweise oder teilweise in Bruchsteinmauerwerk erstellte Unterbau kann je nach topografischer Situation ein bis zwei Geschosse aufweisen. Seltener dient er nur als Sockel für den Oberbau. Der Unterbau umfasst meist ein bis zwei Räume, die in der Regel direkt von aussen zugänglich sind. Der Unterbau kann als Abstellraum oder auch als Kleinviehstall dienen.

Darüber erfolgt eine offene Zone, die den Unterbau vom Oberbau trennt. Diese Zone besteht aus den hölzernen Stadelbeinen, die mit kreisförmigen Steinplatten als Auflager für den Oberbau abgedeckt sind. Der Oberbau ist unterteilt in Tenngeschoss und "Brigizone". Das Tenngeschoss im unteren Teil des Oberbaus weist einen Mittelgang in Firstrichtung auf, der auch als Dreschplatz dient.

Seitlich davon liegen die "Chasten", die zur Aufnahme des Getreides bestimmt sind. Auf der Talseite ist diesem Geschoss eine Frontlaube vorgelagert, die durch eine oder mehrere Türen erreicht werden kann. Der darüberliegende Teil des Oberbaus kragt auf beiden Giebelseiten zum Schutz des Tenngeschosses über dieses vor. Die "Brigizone" besteht aus geschossweisen Lagen, den Traufwänden entlanglaufenden Bretterrosten, die auf den querlaufenden Tragbalken aufliegen.

 

Der Speicher

Der Speicher war das Vorrats- und Aufbewahrungsgebäude für die Dinge des alltäglichen, bäuerlichen Lebens. Er stand somit in enger funktioneller Beziehung zum Wohnhaus. Der Speicher diente hauptsächlich der Lagerung von Lebensmitteln wie Fleisch, Korn, Brot und Käse, sowie der Aufbewahrung von Gebrauchsgegenständen wie Kleidern und Gerätschaften. Ab und zu wurde auch ein Teil als Schlafkammern genutzt, wenn im Wohnhaus Platzmangel herrschte. Der Baukörper des Speichers entspricht im wesentlichen dem Erscheinungsbild des Stadels. Er unterscheidet sich von diesem vor allem durch die kleineren Ausmasse und seine Zierlichkeit.

 

Ansicht Süd

 

Die Stallscheune

Die Stallscheune dient auch heute noch der Unterbringung des Viehs und der Lagerung von Heu als Futtermittel. Der Gebäudetypus hat sich klar aus funktionellen Erfordernissen der Viehversorgung herausgebildet. Das frische Heu wird durch die grossen Pforten in der hangseitigen Giebelfront eingebracht und in der Scheune gelagert. Durch die zwei seitlichen Toröffnungen in der Talfassade des Scheunengeschosses gelangt das Heu schliesslich über die steilen Treppen auf kurzem Wege in die Futterkrippen des Viehstalls. Unmittelbar vor der talseitigen Giebelfront liegen beidseits des Stalleinganges die Mistgruben.

 

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Zentralschweizerisches Technikum Luzern - Architekturabteilung: Ritzingen Dokumentation eines Arbeitsseminars

 

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 Grafschaft Tourismus, aktualisiert am 24.4.2001